AKTIONSPLAN ZWERGHEIDESCHNECKE & CO.

Zusammen mit dem Schneckenexperten Peter Müller hat Verein Grünwerk den "Aktionsplan Zwergheideschnecke & Co. im Seebachtal und Umgebung, Kanton Thurgau, 2017 - 2021" lanciert. Nach einer Planungsphase im 2017 starteten im Frühjahr 2018 die ersten Massnahmen zum Schutz dieser vom Aussterben bedrohten Schnecke im Seebachtal. Um das Überleben der seltenen Zwergheideschnecke zu sichern, soll bis 2021 der aktuelle Lebensraum erhalten und erweitert sowie Vorkommen und Lebensräume vernetzt werden.

Einen Einblick in unsere Arbeiten finden Sie zuunterst in der Bildgalerie.

Den Aktionsplan Zwergheideschnecke Co. zu unserem Projekt gibt es hier.

WINZIG KLEIN UND STARK GEFÄHRDET

Die Zwergheideschnecke Xerocrassa geyeri ist nur gerade mal fünf bis acht Millimeter klein. In der Schweiz ist sie aktuell nur an drei Standorten nachgewiesen: im Kanton Waadt, im Wangental im Kanton Schaffhausen und in Seebachtal im Kanton Thurgau. Sie ist vom Aussterben bedroht.

Die stark wärme- und lichtbedürftige Zwergheideschnecke ist auf lückige Trockenwiesen und -weiden mit offenen Bodenstellen angewiesen. Bei Hitze und Trockenheit oder Frost muss sie sich in der Regel in den Boden zurückziehen können. Ihr Lebensraum weist daher meist Hohlräume und Spalten unter Steinen oder im Fels auf, oder Stellen mit weichem Boden, wo sie sich eingraben kann. Solche Lebensräume sind aber stark zurückgegangen und selten geworden: sie gehen verloren wegen landwirtschaftlicher Intensivierung, werden überbaut, verbrachen, verbuschen, verwalden oder die offenen Stellen überwachsen zunehmend mit Moosen, vermutlich als Folge eines übermässigen Stickstoffeintrags.

ZIELE UND MASSNAHMEN DES SCHNECKENPROJEKTES

Das Ziel ist, im Projektgebiet den Lebensraum der Zwergheideschnecke zu erhalten, aufzuwerten, Lebensräume zu vernetzen und neue Standorte zu schaffen. Flächen sollen entbuscht, offene Bodenstellen geschaffen, Waldränder aufgelichtet und zugewachsene Felsbänder freigelegt werden. Wo möglich wird zudem eine Streifen-Mahd angestrebt: Dabei wird nicht eine ganze Fläche aufs Mal gemäht, sondern einzelne Streifen werden stehen gelassen. So können sich die Schnecken aus den gemähten Streifen in die ungemähten, kühleren Streifen mit höherer Vegetation zurückziehen.

Die Massnahmen werden hauptsächlich durch Grundbesitzerinnen oder Bewirtschafter vor Ort, durch das kantonale Tiefbaumt sowie den lokalen Forstbetrieb ausgeführt. Ein weiterer wichtiger Partner im Gebiet ist das sozialpädagogische Massnahmenzentrum Kalchrain. Als Ergänzung kommen Zivis von Verein Grünwerk zum Einsatz, vorgesehen sind zudem Freiwilligeneinsätze mit dem WWF Thurgau und dem Natur- und Vogelschutzverein Frauenfeld. Im Projektperimeter soll nach weiteren Vorkommen der Zwergheideschnecke und anderen gefährdeten Schneckenarten der Trockenwiesen und -weiden gesucht werden. Ausserdem ist die Entwicklung von speziellen Moosrechen geplant, die ein möglichst effizientes Abrechen zur Offenhaltung des Bodens erlauben.

UNTERSTÜTZUNG FÜR DIE ZWERGHEIDESCHNECKE

Für die Unterstützung des Projektes Zwergheideschnecke & Co. danken wir ganz herzlich:

  • Bundesamt für Umwelt BAFU
  • Amt für Raumentwicklung des Kantons Thurgau, Abteilung Natur und Landschaft
  • Massnahmenzentrum Kalchrain
  • Alfons und Mathilde Suter-Caduff-Stiftung
  • Dr. Bertold Suhner-Stiftung
  • Ernst Göhner Stiftung
  • Fondation de Bienfaisance Jeanne Lovioz
  • Markus Oettli-Stiftung für Umweltschutz und Denkmalpflege
  • Monique Gallusser-Lafont-Stiftung
  • Natum Foundation
  • Otto Gamma-Stiftung
  • Rudolf und Romilda Kägi-Stiftung
  • Sophie und Karl Binding Stiftung
  • Temperatio Stiftung
  • Wolfermann-Nägeli-Stiftung
  • weitere Spenderinnen und Spender

BILDER ZUM AKTIONSPLAN ZWERGHEIDESCHNECKE & CO.

Bilder von der Zwergheideschnecke und Massnahmen zur Lebensraumaufwertung.


Mit Ihrem Beitrag unterstützen Sie unsere Projekte für Kinder und Jugendliche in der Natur. Herzlichen Dank!

Verein Grünwerk - Mensch & Natur
IBAN: CH13 0839 0203 1080 0100 0