FEUCHTWIESEN

Feuchtwiesen entstehen in Verlandungszonen von Seen und Tümpeln sowie im Bereich von Quellaufstössen. Sie werden je nach botanischer Zusammensetzung in Schilfröhricht, Grossseggenried, Kleinseggenried, Pfeifengraswiese und Hochstaudenflur unterteilt. Feuchtwiesen sind wertvolle Lebensräume, die viele seltene Pflanzen, Amphibien, Reptilien, Insekten und Vögel beherbergen. Durch folgende Pflegemassnahmen kann verhindert werden, dass sich Feuchtwiesen zu Bruchwald entwickeln oder von Schilf und invasiven Neophyten dominiert werden:

  • Einmal pro Jahr ab 1. September Schilf abschnittsweise mähen und Schnittgut abführen
  • Entbuschen einwachsender / bereits zugewachsener Bereiche
  • Entfernen nicht einheimischer Pflanzenarten wie der Goldrute oder dem Drüsigen Springkraut

TROCKENWIESEN

Trockenwiesen wachsen auf stark besonnten, nährstoffarmen Standorten, beispielsweise an Bahnböschungen. Mit 50 bis 70 Pflanzenarten gelten Trockenwiesen als besonders artenreich. Trockenwiesen sind wertvolle Lebensräume, die viele seltene Pflanzenarten enthalten und durch ihren Blütenreichtum zahlreiche Insekten ernähren. Im lückigen Bewuchs leben ausserdem verschiedene Amphibien und Reptilien. Folgende Pflegemassnahmen erhalten die Artenvielfalt und verhindern eine Entwicklung zu Wald durch Verbuschung:

  • Einmal pro Jahr ab 1. Juli mähen
  • Zugewachsene Abschnitte entbuschen
  • Wuchernde Pflanzen, z.B. Brombeeren, ausgraben
  • Nicht einheimische Problempflanzen, z.B. Goldruten, ausgraben
  • Direktbegrünung oder Ansaat

LICHTE WÄLDER

An felsigen Standorten, trockenen Lagen mit nährstoffarmen Böden oder in Auenlandschaften entwickeln sich natürlicherweise wenig wüchsige, Licht durchlässige Waldgesellschaften. Lichte Wälder sind aber auch Zeugen verschiedener historischer Waldnutzungsformen. Lichte Wälder sind wertvolle Lebensräume, in denen sich viele spezialisierte Arten, darunter seltene Orchideen, Schmetterlinge und Vögel, angesiedelt haben. Durch folgende Pflegemassnahmen kann der halboffene Charakter der Lichten Wälder erhalten werden:

  • Krautschicht einmal pro Jahr mähen, verhindert Verbuschung
  • Typische Pflanzenarten durch selektive Mahd fördern
  • Zugewachsene Abschnitte entbuschen
  • Wuchernde Pflanzen, z.B. Brombeeren und Gemeine Waldrebe, ausgraben
  • Nicht einheimische Problempflanzen ausgraben

WALDRÄNDER UND HECKEN

Waldränder bilden den Übergang zwischen gehölzfreier Vegetation und geschlossenem Wald. Sie wirken als Windstopper und schaffen dadurch ein ausgeglichenes Klima. Hecken schützen ihrerseits den Ackerboden vor Winderosion und vernetzen isolierte Lebensräume. Waldränder und Hecken sind wertvolle Lebensräume mit einem reichhaltigen Nahrungsangebot und bieten Unterschlupf für zahlreiche Tierarten. Durch folgende Pflegemassnahmen kann die Vielfalt an Pflanzen und Tiere gefördert werden:

  • Auf den Stock setzen schnellwüchsiger Gehölzarten wie Haselstrauch, Hartriegel, Esche und Ahorn
  • Fördern von Beeren- und Dornensträuchern durch gezieltes Auslichten
  • Entfernen nicht einheimischer Gehölzarten
  • Anlegen von Asthaufen für Amphibien, Reptilien, Bodenbrüter und Säugetiere

PROBLEMPFLANZEN

Pflanzen, die im Naturschutz, aber auch in Land- und Forstwirtschaft, im Gewässerbau und im Gesundheitswesen Probleme verursachen, müssen bekämpft werden. Dies sind vor allem eingeschleppte Arten, sogenannte invasive Neophyten, darunter etwa Goldrute, Drüsiges Springkraut (siehe Bild) oder Riesen-Bärenklau. Ihre starke Ausbreitung führt in Naturschutzgebieten und anderen naturnahen Flächen zunehmend zu einer Verarmung der Vielfalt an Pflanzen und Tieren und zum Verschwinden seltener Lebensgemeinschaften. Aber auch einheimische Pflanzenarten wie Schilf oder Adlerfarn verdrängen an bestimmten Standorten seltene Lebensgemeinschaften. Ebenso zählt die Acker-Kratzdistel in naturnahen Flächen zu den Problempflanzen, da sie in benachbarten Landwirtschaftsflächen zu Ernteeinbussen führen kann.


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